Veröffentlicht in Ewald Eden, Gedanken zum Thema Gesellschaft

Lutherjahr …

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Lutherjahr …

Wenn die Wahrheit mit Schleiern behangen
und ihre Konturen versteckt
dann ist die Klarheit im Nebel gefangen
und das Leben im Dunste verreckt.

Wenn die Wahrheit erfährt nicht die Ehre,
die höher gewichtet als der Lüge Gebein –
wenn selbst der Gott’sdiener Heere
erliegen manch’ trügerisch Schein,

dann ist es um Welt wohl geschehen,
dann hilft auch kein Lutherkonvent –
weil selbst durch die Gott’shäuser wehen
die Schwaden von „Wahrheit verpennt“.

Da mag man sich arg echauffieren
wenn Wahrwelt nicht folget dem Schein
da mag man das Tun insistieren
und ändert doch nichts an dem Sein.

Selbst bischöflich wohlgesetzt’ Worte
von Gesten final unterstützt –
klingen wie aus der Retorte
die am Ende dann keinem genützt.©ee

ewaldeden2016-10-31

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Veröffentlicht in Ewald Eden, Satzflüge

Die Farben der Sehnsucht……

Die Farben der Sehnsucht……

so fragst Du
wie sind sie
die Farben der Sehnsucht

sind so klar und so rein
sind wie die Farben des Regenbogen
im goldenen Sonnenschein

die Farben der Sehnsucht
sind wie die Farbe der Liebe
die ewig Bestand

die Farben der Sehnsucht
sind wie das strahlen der Augen
in Glück eingebrannt

die Farben der Sehnsucht
sind wie die Freude der Weiber
über ihr Kind

die Farben der Sehnsucht
sind wie das Beben der Leiber
wenn sie in Liebe vereinigt sind

die Farben der Sehnsucht
sind wie blühende Rosen
zwischen den Lippen

die Farben der Sehnsucht
sind wie Münder die kosen
wenn sie an schwellenden Knospen nippen

die Farben Sehnsucht
sind wie goldener Honig
aus glühender Scham

die Farben der Sehnsucht
sind perlend und sahnig
so wie wir es spürten

wenn es uns kam.

©ee

Veröffentlicht in Ewald Eden, Gedanken zum Thema Gesellschaft, Satzflüge

Wenn der Wind sich dreht . . .

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Wenn der Wind sich dreht –

dann trocknen die Tränen
seidig schimmert dein feuchtes Gesicht
man sieht dein Herz nach Liebe sich sehnen
das Auge strahlt in der Hoffnung Licht

Die Hände halten die Momente
der Trauer fest in Ewigkeit
Angst und Sehnsucht uns auch trennte
Liebe eint alles – allezeit

Drum öffne weit der Seele Fenster
laß ein die neue Fröhlichkeit
verscheuch die grauen Neidgespenster
zu neuem Anfang sei bereit

Selbst die größte Trübsal lehrt
behutsam damit umzugeh’n
wenn Trauer sich in Einsicht kehrt
kann man erleichtert weiter geh’n.

© ee

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Veröffentlicht in Ewald Eden, Poesie

im Himmelswind.

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Der Mensch baut Häuser himmelhoch,
und immer noch ein Stückchen höher –
mit jedem Stockwerk kommt er doch
dem lieben Gott ein wenig näher.

Ich denke mir es wäre schön
für alle Kinder dieser Welt,
ganz oben aus der Bell-Etage
mal in den Himmel reinzuseh’n.

Mal mit den Engeln Kopfstand machen,
wenn sie nicht grad beschäftigt sind,
mit Petrus über Witze lachen
die man so hört im Himmelswind.

Doch nichts von dem wird je geschehen,
weil nur die Reichen dort verkehren –
die immer nur sich selber sehen,
und sich ’nen Dreck um andere scheren.

© ee

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Vergänglichkeit . . .

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Vergänglichkeit . . .

Nebel herrscht wie im Schattenreich
die Bilder verwischen
unendlich und weich

Außendeichs tutet ein Nebelhorn
es klingt so verloren –
mal achtern, mal vorn

du siehst nicht
wo Wasser und Land sich vereinen
an Gräsern hängen Tropfen
als würden sie weinen

man hört seine
eigenen Schritte nicht mehr
es ist alles versunken
im Nebel so schwer

du weißt nicht wo’s lang geht
die Zeit – sie steht still
als wenn sich Gott Neptun
die Welt holen will –

die Welt holen –
Heim in sein Schattenreich
in dem Gut und Böse
auf ewig sind gleich.

© ee

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musik bei :

Veröffentlicht in Ewald Eden, Poesie, Satzflüge

Der „Earl“.

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Der „Earl“.

Der „Earl“ wurd‘ er allgemein nur genannt,
der Herr im Zenit seines Lebens –
seinen richtigen Namen hat niemand gekannt,
und wer danach fragte, der fragte vergebens.

Für jeden kam ihm ein Gruß von den Lippen,
für jeden fand er ein freundliches Wort –
tat stets mit der Hand an die Schiffermütz‘ tippen,
ging nie ohn‘ Adieu aus einem Gespräch fort.

Seine letzte Begegnung unter der Alsterbrücke,
die endete wortlos ohn‘ Hader und Streit –
die oftmals sind des Teufels Krücke,
wenn einer partout nicht zum Nachgeben bereit.

Man fand ihn nachdem man den Zaun eingerissen,
den die ’Geldsäcke’ bauten als schändliches Mal –
ich frag‘ mich, ob jemand ihn wird vermissen,
oder bleibt er nur einer von unbekannt‘ Zahl?

©ee

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Man hat den ‘Earl’ zu Grabe getragen.
Es floss manche Träne in grauwirren Bart.
Ein Mädchen von wohl 5000 Tagen,
es folgte ihm bei seiner letzten Fahrt.

Kein Name steht auf dem einsamen Grab,
und die Blumen verblühen gar bald.
Ein Edelmann ging, wie es keinen sonst gab.
Wie weht doch der Wind heut so kalt…

Doch die Alster wird strömen noch manches Jahr.
Unter Brücken, da ruht es sich gut.
Horch, der Alte erzählt, was hier damals geschah –
ein Zittern geht über die Flut…

©ee 2016-06-15

Veröffentlicht in Eden’s kleine Lebensweisheiten, Ewald Eden, Poesie

Verstand und Liebe .

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Verstand und Liebe

Wer dem Verstand das Recht einräumt
das Leben zu bestimmen
hat jeden Traum schnell ausgeträumt
sieht ihn im Staub zerrinnen

Verstand und Liebe sind sich gram
sie könn’n sich nicht verstehen
weil vom Verstand nie Gutes kam
nicht Gutes kann mit ihm beginnen

laß stets der Liebe Hoheit walten
weis’ den Verstand auf seinen Platz
nur so kann Leben sich entfalten
nur so bewahrst du Herzens Schatz

Verstand hat Kriege ausgelöst
Verstand hat Welt verschandelt
bei zuviel Verstand die Liebe döst
und alles wird in Nacht verwandelt

drum laß dein Herz als erstes sprechen
bei allem was geschieht
sonst wird dir Herz und Seele brechen
und dir die Liebe flieht.

© ee

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Veröffentlicht in Ewald Eden

Glaube, Liebe, Hoffnung …

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Glaube, Liebe, Hoffnung …

Nebel liegt wie Brei über allem,
Tröpfchen an Tröpfchen gewebt –
knorrige Bäume ins Nichts gefallen,
in endlicher Weite die Sagenwelt lebt.

Vom Turm auf der Klippe der Düne
die Glocke erklingt – unendlich weit –
zehn Männer da draußen tun Buße und Sühne,
machen sich und ihr Schiff zum Sterben bereit.

Sie hören die Glocke in tobender See,
sie lauschen mit schmerzenden Ohren –
das Ruder gedreht von Luv hin nach Lee,
drei Strich in Südwest liegt der rettende Hafen.

Noch sind sie nicht auf ewig verloren,
doch an Backbord da brechen die Wanten –
die Wellen zerschlagen den Mast,
der Kiel knirscht auf des Riffes Kanten.

Von Deck verschwindet die Last,
der Bug nicht zu sehen,
das Heck schwebt auf dem Wellenkamm,
für die Mannen unmöglich noch aufrecht zu stehen.

Hände und Füße sind eishart und klamm,
plötzlich erschüttert ein ächzen das Schiff –
es schüttelt sich und liegt dann ganz still,
das Wasser verzieht sich vom sandigen Kliff.

Neptun die Mannschaft doch noch nicht will,
er wartet und lauert auf neues Versuchen –
im wildest‘ Getöse kein Atemzug still.

Nie streckt er die Waffen – ist ständig bereit
da hilft nur leis’ beten – vermischt mit laut fluchen
und Hoffen, daß Gott jede Reise begleit’.

© ee

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Veröffentlicht in Ewald Eden, Satzflüge

Verwirrt . . .

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Verwirrt . . .

Irgendwie muß ich was regeln –
irgendwo bin ich kraus im Kopf,
irgendwann die Gedanken segeln –
wie Nudeln durch den Suppentopf.

Es gibt ‘nen Satz, der hat drei Worte –
ich sagt ihn oft – ich sagt ihn gern,
lag vierzig Jahre auf der Borte –
möchte endlich reisen in die Fern’.

Ich werd ihn an die Leine legen –
einmal im Monat kriegt er frei,
dann kann er durch die Lande fegen –
geballt – als Büffels Urgeschrei.

Und wenn er dann noch hört – zu häufig –
schließ ich ihn in den Keller ein,
da unten kann er ganz geläufig –
ich lieb dich – aus dem Leib sich schrei’n.

©ee

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