Veröffentlicht in Ewald Eden

Der Herbstwind.

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Der Herbstwind . . .

Der Herbstwind macht ganz dicke Backen
Windvögel steh’n hoch in der Luft
kriegt er sie beim Schwanz zu packen
man Drachen Stoppelfelder knufft

Kinderlachen klingt so helle
ein Jauchzer übers Feld hinfliegt
Kinderbeine sausen schnelle
bis jemand auf der Nase liegt

Wenn das Taglicht geht zur Neige
unwillig man dann heimwärts zieht
hier draußen spielt man erste Geige
und weiß schon – was daheim geschieht

Zu Hause grade so erschienen
die Nasenspitze reicht da schon
kommen Hände – fleißig wie Bienen
wollen schrubben rasch – der Mutter Sohn

Der hat noch gar nicht so empfunden
das an ihm hängt das Stoppelfeld
fühlt sich beim Säubern arg geschunden
und Wasser kost’ doch auch viel Geld.

© ee

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Musik bei

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Veröffentlicht in Ewald Eden, Gedanken zum Thema Gesellschaft, Inventur der Gedanken

Auweia – und auf zum fröhlichen Jagen …

 

 

Wahl im Freistaat

Auweia – und auf zum fröhlichen Jagen …

die gegenwärtigen bayrischen „Kinni Ludwig“ Nachfolger im Freistaat zwischen ‘Himmel und Hölle’ haben der Biergeniesserwelt der Stammtische ein neues Produkt beschert: das „Söderhofer“.

Von den namengebenden Söder und Seehofer (der eine [noch] Chef der Regierung im blau/weissen Ländle, der andere Chef der diese Regierung bisher tragenden Regionalpartei) als ein, wenn auch nicht gerade triumphaler, so doch als Erfolg gepriesen.

Ein solch arrogantes Verhalten ist wohl schwerlich zu überbieten. Obwohl darin geübte Spezies sich in der politischen Szenerie in übergroßer Zahl tummeln. Nach dem Wahldebakel vom 14. Okt. sollte man die Schattenspieler wohl treffender als unfähige „Panscher“ bezeichnen. Meine Herren „König Ludwig Verschnittenen“, was ihr dem Volk der Bajuwaren da eintrichtern wollt ist doch nichts als eine bereits in der Flasche schale Brühe.

Eure fanfarenhafte Verkündung eines eindeutigen Wählerauftrages zur Regierungsbildung auf Grund eines Drittelanteiles der abgegebenen Stimmen ( das Verhältnis zu allen wahlberechtigten Bürgern des Freistaates ist ja noch viel obskurer) kommt doch einer Verhöhnung all derer gleich, die ihr Kreuz NICHT bei der CSU gesetzt haben.

Für die Einsicht, die Erkenntnis und den Respekt vor der Entscheidung derer, die euch NICHT gewählt haben scheint in eurem Denken kein Raum zu sein.© ee

 

ewaldeden2018-10-15

Veröffentlicht in Erzählungen:, Ewald Eden

Courage…

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Courage . . .

Schschscht – – – – – Theo – – – – sie kann sich bald selbst nicht hören, so leise ruft sie ihren Theo.

Man – sie liegt ja auch steif im Bett. So sehr hat sie sich erschrocken, als es plötzlich irgendwo im Haus schrecklich polterte.

Sie versucht es noch einmal – diesmal etwas lauter.

Theo – – Theo – – dabei kriecht ihre Hand milli-meterweise zu ihm hin. Es dauert fast fünf Minuten, bis ihre Hand ihn an der Schulter zu fassen hat – und dann noch einmal genauso lange, bis sie ihren Arm bewegen und Theo schütteln kann.

Dabei hat sie mehr Energie fürs lauschen ins Haus gebraucht, als für die Bewegung zu seiner Schulter hin.

Ihr steht der blanke, kalte Schweiß auf der Stirn. Wie kann man bloß so fest schlafen. Wieder muß sie seine Schulter vorsichtig hin und her bewegen.

Sie traut sich nicht, laut zu werden – und meint, daß man schon ihr Herzklopfen bis zum Nachbarhaus hören kann.

Oh man – wenn diese Angst nicht wäre. Sie würde ihm schon zeigen was es heißt, nicht auf sie zu hören.

Er hat sowieso noch eine Rechnung offen bei ihr – von gestern Abend. Wenn es auf der Geburtstagsfeier des Arbeitskollegen auch nichts Vernünftiges zu essen gab – er hätte sich nicht so zu betrinken brauchen.

Nun liegt er da und tut grad so, als wenn er mit der großen Zugsäge zugange ist, und Winterfeuerung sägt. Schnarcht und liegt, und liegt und schnarcht, und kriegt vom Poltern und Klötern unten im Haus nichts mit.

Sie ist vor Angst am zittern und kann ihr Nachtzeug bald auswringen. Sie bekommt ihn mit aller Gewalt nicht zu Verstand. Die Einbrecher räumen sicher schon das ganze Haus leer. Sie zittert, als wenn sie mit bloßen Füßen im Schnee steht.

Plötzlich kommt ihr die Erleuchtung!

Draußen am Balkon da steht doch noch die große Leiter. Der plötzliche Regenschauer hat Theo gestern Nachmittag beim Weinranken schneiden vertrieben – und die Leiter ist da stehen geblieben. Weil sie ja auch nötig los mußten – zum Geburtstag.

Immer wieder kommt dieser Geburtstag mit dem wenigen Essen und der vielen Sauferei ins Spiel.

Sie kann vor Angst schon keinen klaren Gedanken mehr fassen – sie muß etwas tun.

Raus aus dem Bett. Auf nackten Füßen – damit man unten im Haus bloß keine Schritte hört. Ihr Plan steht fest! Der Stuhl – wo ist der Stuhl – ahhh, da steht er. Gleich neben der Tür. Theo hat heute Nacht seine Kleider da einfach so drüber geschmissen. Sie legt sein Zeug geräuschlos auf den Fußboden. Wenn Theo das mal tat, wurde er von ihr gleich gehörig angepfiffen – aber dies war ja eine Notlage.

Komisch – denkt sie – was einem Menschen in so einer gefährlichen Situation alles durch den Kopf geht. Manch einer hat ja schon erzählt, daß man in solchen Sekunden sein ganzes Leben an sich vorbei sausen sieht. Sie sieht im Moment aber nur das Donnerwetter an sich vorbeisausen, auf das Theo sich morgen früh gefasst machen kann.

Den Stuhl mit der Lehne unter die Türklinke – damit die Einbrecher nicht ins Schlafzimmer können, und Theo vielleicht totschießen. Wenn sie draußen war – und den Nachbar zu Hilfe holte.

Theo brauchte sie noch – mit wem sollte sie denn sonst ‘rumnörgeln – wenn er plötzlich nicht mehr da wäre.

So – das saß! Da kam niemand ‘rein. Fuß vor Fuß durch das Schlafzimmer – die Balkontür im Zeitlupentempo aufziehen. Man gut, daß Theo die Türen letzte Woche noch alle geschmiert hatte. Zu irgendwas war er ja doch noch zu gebrauchen.

Sie verflucht im Stillen, daß sie ein Nachthemd angezogen hat – angezogen in der Hoffnung auf Theos gute Taten. Die Hoffnung war Hoffnung geblieben – und klettern könnte sie viel besser mit einer Nachthose an. Verwundert ist sie, daß sie so leise sein kann – im normalen Leben fällt ihr das nämlich bannig schwer.

Bbbbbrrrr….. barfuß im nassen Gras – und das morgens um vier! Aber jetzt – als wenn der Teufel hinter ihr her ist – quer durch den Garten. Beim Nachbarn ums Haus zu – und an das Schlafzimmerfenster geballert. Der Nachbar ist gleich am Fenster – hat das Jagdgewehr in den Fäusten, als wenn er damit geschlafen hat. Sie erklärt ihm hastig die Situation – und dann beide, wie Indianer auf dem Kriegspfad, los. Sie schleichen um das Haus herum – aber seltsam – kein Fenster ist geöffnet, und keine Tür steht offen. Keine Scheibe ist zerschlagen. Was tun? Einen Schlüssel hat sie ja nun leider nicht im Nachthemd – also, der Nachbar mit seinem Püster rauf auf die Leiter, über den Balkon, durch die Schlafkammer. Stuhl weg – Tür aufgemacht – und horchen.

Da sind Geräusche zu hören. Ganz vorsichtig die Treppe runter. Aus der Küche fällt Lichtschein in die Diele. Die Küchentür aufreißen – und lachen – das war eins.

So ein Lachen hat sie ihr Lebtag noch nicht gehört, wie es ihr jetzt aus dem Haus entgegenschlägt.

Als der Nachbar die Eingangstür öffnet, und sie herein läßt, kann sie auch nicht anders – sie muß sich festhalten vor Lachen – und kann nicht verhindern, daß es ihr warm an den Beinen hinunterläuft.

Die Nachthose wäre jetzt klatschnaß gewesen.

Ihren Theo hat der Hunger wohl noch an Kühlschrank getrieben, bevor er ins Bett fiel, und in seinem Dunas hat er die Tür nicht wieder zugemacht.

Nun sitzen Katze und Hund einträchtig vor dem hellen Viereck der offenen Klappe, und haben den Inhalt des Eisschrankes unter sich aufgeteilt.

Da sieht man mal wieder, was so ein Geburtstag ohne Essen alles anrichten kann.

© ee

 

 

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Veröffentlicht in Ewald Eden, Satzflüge

Der Befehle Zuhaus …

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Der Befehle Zuhaus …

Meine Stadt, die eigentlich nie Stadt gewesen
sondern immer nur der Befehle Zuhaus,
aus der Menschen als Gut – oft handverlesen –
wurden geschickt in Schlachten hinaus.

Stählern Kolosse als schwimmende Festen,
bewertet nach Tonne und qualmendem Schlot,
bemannt mit der Jugend – mit Volkes Besten
schickte man – singend oft – sie in den Tod.

Zurück blieben Frauen die ausgebrannt,
zurück blieben Kinder, die nicht den Vater gekannt –
zurück blieben trümmernde rauchende Stätten

als Folge des Krieges,
die wilde Triebe getrieben hätten
im Falle des Sieges.

So aber sproß ständig aus der Elenden Schar
der gelehrige Nachwuchs zum dienern geboren,
sowie Phönix stets Phönix aus der Asche gebar,
so hat man sich hier dem Gehorchen verschworen.

©ee

Veröffentlicht in Allgemein, Ewald Eden, Gedanken zum Thema Gesellschaft, Gedankenflüge, Satzflüge

Das deutsche Geschirr

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Das deutsche Geschirr.

Die „Tassen“
in unser’m Berliner Schrank
sind alle gesprungen –

und wären sie Menschen,
dann wären sie krank
wir haben partout dort kein „Vorzeig-Geschirr“

alles ist rissig und abgestoßen
das ganze Service
erscheint nur noch irr

ohn’ Makel ist nur die Sauciere
für die billigsten Soßen
eine Tafel, mit diesem Schrott eingedeckt

die zeigt doch wess’ Geistes
des Hauses Mamsell
honorig’ Besucher werden nur noch verschreckt

und suchen das Weite ganz schnell …

©ee

Veröffentlicht in Ewald Eden, Gedankenflüge, Poesie

Der selbstbewusste Poet …

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Der selbstbewusste Poet …

Ich bin allergisch gegen fremder Leut’s Finger
die in der Nase meiner Texte bohren
egal ob es dünne oder dicke Dinger
sie haben da im inneren nichts verloren

meine Wortpopel sind nur für mich reserviert
nur ich darf sie zu Kügelchen formen
schaut dann mancher auch recht konsterniert
weil sie vielleicht nicht so sind wie die Normen

Einheitsgrau und uniformes Gequatsche
bedeckt doch wie Müll unsren Alltag
da ist mir doch eine knarrende Ratsche
tausendmal lieber wie magerer Wortquark

da lieb’ ich doch jedes holprige Wort
auch wenn es den Weg mir erschwert
komm’ ich auch zögernd zum weisenden Ort
so hat mich der Pfad doch das laufen gelehrt.

© ee

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Veröffentlicht in Ewald Eden, Satzflüge

(Un)klare Verhältnisse …

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(Un)klare Verhältnisse …

Vergang’nes liegt wie Rauhreif auf der Zukunft Tage.
Die Gegenwart lässt ahnen was da wird.
Doch kommt es wirklich so, das ist die Frage,
weil niemand weiß was künftig Welt gebiert.


Welch Geist wird heut‘ das Morgen schwängern –
wess’ Tun verspricht die gröss’re Lust –
wess’ Erbe wird nun was verlängern –
wird es erträglich oder tödlich’ Frust?


Hat Frieden Hoffnung auf Entstehen?
Hat Menschheit eine Chance auf Bestand?
Oder wird all’s neuerlich verwehen,
und lässt den Erben nur ein blutig’ Land?


Ich seh’ es, doch ich will’s nicht glauben,
wie rücksichtslos der Mammon siegt –
sie stehlen nur, doch keiner nennt es rauben –
das Ziel erreicht, wenn Volk am Boden liegt.

© ee

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Veröffentlicht in Ewald Eden, Satzflüge

Der Welten Trug‘ ….

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Der Welten Trug‘ ….

Friedlich miteinander leben
Ist Hoffnung die sich nie erfüllt.
Weil, friedlich sich die Hände geben
niemals der Mächt’gen Hunger stillt.


Sie brauchen Streit, sie brauchen Hader,
es ist für sie des Daseins Deutung –
der Krieg ist ihres Denkens Quader
Als Unterdrück- und Weltausbeutung.


Sie tragen um sich weite Kutten
und geben sich gar gottverbrämt –
in Wahr sind sie nur Unheils Nutten,
Für die sich selbst der Teufel schämt.

© ee