Veröffentlicht in Ewald Eden, Poesie, Satzflüge

Niks an d’ Hoot

Niks an d’ Hoot

Mit Sproak dor hevv ikk niks an d’ Hoot
sächt mi een Jung mit hitzich Bloot
neit mit Kattuun dor glieks dormanken
un is noch stollt up seine Pranken

he hett woll niks in d’ Kopp as Stroh
hett ok woll nich so recht wat läärt
wat he good kann is grood Gedoo
dat sükk de Anner sass vefäärt

de Strohkopp brengt hüm an de Grund
froacht nich, woneem de Anner schlecht
vergallert hum, bit dat he bunt
un meent denn ok noch dat wee recht

sowat kummt jümmer foaker vöör
wiel Gesellschkupp an Gewicht verlüst
un willst du ännern dat Geböör
maarkst du flink, dat du allennich büst.

© ee

auch hier gesetzt ins Schrievhuus : Schrievhuus- Wortflüge

 

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Veröffentlicht in Christin v. M.

Softe fluanta

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Softe fluanta : Sichtweisen

Weichfließend
das verschwimmen
über den Wellenlinien

Zwischen zarten Konturen
auf freiatmenden Klippen
ein dankbares Himmelglänzen.

Darüber duftweisses Segelwippen
im sich berühren
an Wattewolken.

Ein sanftes Vorbeifliegen
eine sichtstille Begegnung
die ein Lächeln erzeugt.

Unter kichernden Sonnenstrahlen
amüsiert sich
der Tag.

© Chr.v.M.

Veröffentlicht in Ewald Eden, Poesie

Guten Morgen, Welt …

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Guten Morgen, Welt …

Jakob blitzt mit blanken Augen
blitzgescheit in Morgens Welt
beginnt geschickt an Tag zu saugen
er macht es, weil’s Natur gefällt.

Des Menschen Sinn könnt‘ es erfreuen
wenn er sie nur verstehen tät‘
all‘ diese kleinen Himmelsbläuen
stattdessen spielt er „Welt verdreht“.

Erkennt nicht Weltens göttlich Schönheit
färbt das was weiß unkenntlich schwarz
das Weltzerstör’n wird zur Gewohnheit
zu tödlich Gift des Lebens Harz.

© ee

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Veröffentlicht in Ewald Eden

Jakob.

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Jakob.

Jakob äugt nach allen Seiten –
tief in die Tief’ – hoch in die Höh’ –
all’ was ihm dräut äugt er beizeiten,
sogar die hüpfend’ Vogelflöh’.

Nichts
macht ihn flüchten,
nichts ihn verschreckt –
in seinen Süchten Leben steckt.

Das Auge spiegelt dunkles Wissen,
das Gefieder Schiefers Grau –
Welt sollt’ dies’ Wesen niemals missen,
wie Sonne nicht den Sonnentau.

Mensch sollt’ es hegen
und es pflegen –
sollt’ ihm auch mal zu Diensten sein –
nur so bewahrt er Schöpfers Segen

und schleift so manchen Wegesstein.

©ee

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Veröffentlicht in Ewald Eden, Poesie

Die Sonne gefühlt.

Die Sonne gefühlt.

Ich weiß jetzt wie die Sonne ausschaut

ich hab’ es erfahren
sie hat mich berührt
sie hat das Eis meiner Seele getaut
das Eis von erfrorenen Jahren
ich hab’ sie gefühlt in dunkelster Nacht
ihr streicheln hat mich erwärmet
sie hat mir die einzige Liebe gebracht
ich habe nie schön’res erfahren
ich habe noch nie so gebadet in Freude
ich wurde noch nie so in Glück eingetaucht
sie nahm mir die Angst´
daß ich etwas vergeude
sie hat mir ins Herz Gewißheit gehaucht
sie hat mich mit auf den Gipfel genommen
den Gipfel des sinnlich’ Begehren
sie ist mit mir durch die Meere geschwommen
die Meere des nie sich verwehren
sie ist mit mir durch die Auen getollt
durch Auen mit blühendem Flieder
sie hat sich mit mir in den Dünen gerollt
und immer – so sagt sie mir,
tut sie es wieder

© ee

Veröffentlicht in Ewald Eden, Poesie

die Stille so unbeschreiblich laut…

die Stille so unbeschreiblich laut…

Die Stille in den Gründen –
so unbeschreiblich laut –
ist nur zu überwinden
von jemand der sich traut.

Das Dunkel in den Nachten –
so hell und sternenklar –
ohn’ Schad’ es zu betrachten
gelingt nur dem der wahr.

Das Denken in den Köpfen –
so wirr wie Mohrens Kraus’–
in glatte Wört’ zu flechten,
das wär ein Ohrenschmaus.

Die schweigend’ Klag’ der Lämmer –
wenn zur Schlachtbank sie geführt –
find’ nirgends seine Hemmer,
hat nie ein Herz gerührt.

Das schnelle fließ’ der Wasser –
vom Quell bis hin zum Meer –
es dienet Freund und Hasser,
tut jedem gleich und keinem mehr.

Die Wolken in den Lüften –
in vielen Tönen grau –
um die Erd’ sie driften
vor der Sphären Blau.

Der Mensch mit seinem Sinnen –
so klug kommt er sich vor –
jedoch bei all‘ Beginnen
erweist er sich als Tor.

©ee